News

Herbstwanderung Vulkaneifel 2017

09. Oktober 2017
Turnen - Jedermänner

Wandertage Vulkaneifel Gerolstein

  1. Sept. – 03. Okt. 2017

Samstag:

Frühmorgens bei gutem Wetter starteten wir mit 11 Turnern zu unseren Herbstwandertagen in die Vulkaneifel. Unterwegs begann es fürchterlich zu regnen und der Regen hielt sich bis Gerolstein.

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir zu unserer ersten Tour auf den Gerolsteiner Dolomitensteig. Natürlich bei Regenwetter. Vom Hotel aus ging es unterhalb der Kletterfelsen zum Aufstieg auf den „Munterley“ hinauf, eigentlich sollte es eine „Aussicht de luxe“ sein, aber bei tief hängenden Wolken und Nebelfetzen mit Regen -  konnte man sie nur erahnen. Trotzdem ging es weiter zu Buchenloch-Höhle, der Regen lies in der Zwischenzeit etwas nach. Die Höhle entstand vor 1,8 Millionen Jahren durch einen millimeterbreiten Riss im Gesteinsmassiv und wurde in der Jungsteinzeit vor 300.000 Jahren von Menschen benutzt. Eine Holztreppe führt in die Höhle. Diese ist mit einer Fledermauszählanlage ausgerüstet und sie ist konstant 8 Grad kalt und feucht. Auch der Sarresdorfer Lavastrom, der sich vor rund 30.000 Jahren mit gut 1.100° Celsius ins Tal wälzte hat hier seinen Ursprung. Bis vor rund 10.000 Jahren waren in der Vulkaneifel über 350 Vulkane aktiv. Ihr erkaltetes Magma und Dolimitgestein der Region sind Quelle eines der weltbekannten Mineralwassers: GEROLSTEINER.

Weiter führte uns die Wanderstrecke durch Wald und Wiesen zur „Papenkaul“, ein trockener Krater eines vor 10.000 Jahren aktiven Vulkans. Der gigantische Kessel ist ca. 80m breit und 20m tief.

Weiter am Abfüllort des Gerolsteiner Sprudels vorbei zum Geoacker, hier können Kinder Mineralien und Fossilien suchen. Anhand von Schautafeln wurden die drei Hauptgesteinsarten Basalt, Dolomit und Kalkstein anschaulich erklärt.

Im Regen ging es zur Kasselburg. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und ihr 34 Meter hoher Torturm ist weithin sichtbar.

Zurück Richtung Gerolstein besuchten wir noch den „Juddekirchhof“ einem gallo-römischen Tempelbezirk, der im Jahre 124 n. Chr. von dem Römer Marcus Victorius Pollentius zu Ehren der Göttin Caiva errichtet worden ist. Es sind allerdings nur noch die restaurierten Grundmauern vorhanden.

Auf schmalem Steig an den Dolomit Felsen vorbei ging es steil abwärts zurück zum Hotel.

Sonntag

Bei strahlendem Sonnenschein brachten uns 2 Taxen zu unserem Ausgangspunkt nach Neroth. Hier ging es gleich steil bergauf und der Weg führte uns durch die Wälder der Vulkaneifel. Nach einigem Navigieren trafen wir endlich auf den Eifelsteig und wir wanderten vorbei am „Jagdhaus Flemmingshöh“ und bald begann der steile Aufstieg auf die „Dietzenley“. Die zu einer Kette vulkanischer Kegelberge gehörende Dietzenley ist die höchste Erhebung im Gerolsteiner Land. Mit ihren 618 m über NN überragt sie die umliegenden Berge um Gerolstein. Vom Aussichtsturm auf der Dietzenley aus bietet sich ein herrlicher Panoramablick auf die umgebende Eifellandschaft. Im Umfeld des Plateaus finden sich zudem Spuren eines keltischen Ringwalls.

Wir wandertenweiter auf dem Eifelsteig vorbei am Davidskreuz und Grafenkreuz die aus Dankbarkeit vor einer wundersamen Rettung um 1680 errichte wurden. Bald war dann die Büschkapelle erreicht.

Über die Geschichte der Büschkapelle ist bekannt, dass die Familie Philipp Daubach den roten Sandsteinbau mit dem schlanken hohen Turm um das Jahr 1900 in unmittelbarer Nähe eines Brunnens ("Marienquelle") im Wald ("Büsch") am  rhundert hinein die "alte" Büschkapelle und ab 1850 ein Bildstock. Eine besondere Rolle spielte die heutige Kapelle im Kriegs- und Bombenwinter 1944/45, als der Wald Wohn- und Schlafstelle der Bevölkerung Gerolsteins war.

Der steile Aufstieg zum Heiligenstein wurde mit herrlicher Aussicht auf Gerolstein und das Kylltal belohnt. Der Heiligenstein ist ein Naturdenkmal aus Dolomit Felsen und Blöcken die 750m lang und bis zu 75m breit und 507 m hoch sind.

Nun begann der Abstieg Richtung Gerolstein über die Löwenburg.

Hoch oberhalb der Brunnenstadt Gerolstein liegt die Ruine der mittelalterlichen Löwenburg. Als Namensgeber der Burg Gerhardstein, heute Löwenburg genannt, gilt Gerhard VI. von Blankenheim (1314 – 50). Die Burg wurde im pfälzischen Erbfolgekrieg 1691 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Heute erinnern noch die 11 m hohe Schildmauer sowie Reste von Wohngebäuden an ihre einst große Bedeutung als Herrschersitz. Auch sie bietet einen wunderbaren Blick über Gerolstein, das Dolomitenmassiv und das Kylltal.

Bald waren wir mitten in der Altstadt und es ging noch ein kurzes Stück Wegs an dem Fluss Kyll entlang und unser Hotel war bald erreicht.

Montag

Wieder fuhren wir mit Taxen zum Startpunkt unserer heutigen Wanderung, zur Krimistadt Hillesheim. Das Wetter bot heute: leichten Nieselregen.

Wenn man in Hillesheim ist, sollte man sich die begehbare Stadtmauer nicht entgehen lassen. Das gut erhaltene Bollwerk mitten im Grünen stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eine Art Wahrzeichen der Stadt geworden. Im Güterverzeichnis des Klosters in Prüm wird Hillesheim im Jahre 943 erstmalig erwähnt. Namensgeber soll der fränkische Adlige „Hildin“ sein – „das Heim des Hildin“.

Lauert im idyllischen Städtchen Hillesheim an jeder Ecke ein Mörder? Man könnte es fast erwarten, wenn man bedenkt, wie viele Eifelkrimis in und um Hillesheim spielen. Direkt am Marktplatz und damit im Zentrum des urigen Städtchens gelegen, befindet sich das Kriminalhaus und damit eine der wichtigsten Attraktionen Hillesheims: dem deutschen Krimiarchiv, einer einzigartig umfangreichen Sammlung von 26.000 Bände. Zeit zum Lesen blieb uns allerdings nicht.

Der Eifelsteig führte uns durch das romantische Bolsdorfer Tälchen bis nach Dohm einem kleinen verschlafen Ort. Nun begann der Aufstieg auf den 531m hohen Heimatblick. Über eine Hochebene erreichten wir bald den Aufstieg zu dem 566 m hohen Vulkankegel Rother Kopf.

Vor Jahrhunderten wurden die Schlackenbasalte am „Rother Kopf“ für die Gewinnung von Mühlsteinen abgebaut. Mühlstein Reste im Fels waren noch zu sehen. Bald stellte man fest, dass sich in den tief in den Berg hineingeschlagenen Mühlsteinhöhlen kalte Winterluft sammelte und hielt, die Eishöhle war geboren. Die Höhle ist mit einer Taschenlampe begehbar. Von der Wanderhütte auf dem Rother Kopf hatten wir einen wunderbaren Panoramablick in die Eifel.

Weiter auf einem herrlichen Wiesenpfad ging es langsam bergab, am Schäferhof vorbei über Wiesen immer abwärts zum Gerolsteiner Stausee. Wieder erwartete uns ein Aufstieg über Wiesen zum 456m hohen Auberg. Der Auberg ein hochaufragender Dolomit Felsen mit schöner Aussicht auf Gerolstein. Auf felsigem Pfad umrundeten wir den Felsen und stiegen abwärts nach Gerolstein wo wir nach ein paar Metern unser Hotel erreichten.

Dienstag

Nach dem Frühstück wurde das Gepäck in den Autos verstaut und wir fuhren zum größten und tiefsten Maar der Eifel, dem „Pulvermaar“ bei Gillenfeld.

Die Maare sind die „blauen Augen“ der Eifel.

Das Pulvermaar entstand in der letzten Kaltzeit so ungefähr vor 15.000 – 20.000 Jahren. Das Maar hat ein Wassertiefe von 72 Meter und einen Durchmesser von 625 – 680 Meter. Am Maargrund herrschen ewig 4° Wassertemperatur und das Maar hat keinen Zu- und Abfluss und wird alle 70 Jahre umgewälzt. Ein Maar ist kein Vulkan. Vulkankegel entstehen durch den Auswurf von Lava in deren Mitte sich ein Krater mit einem Kratersee bilden kann.
Ein Maarsee dagegen entsteht als Sprengtrichter einer Wasserdampfexplosion. Trifft das Magma beim Aufstieg auf wasserreiche Gesteinsschichten verdampft das Wasser explosionsartig (phreatomagmatische Explosion). Dadurch wird das umgebene Gestein zertrümmert und zum Teil nach oben geschleudert. Der größte Teil des zertrümmerten Gesteins stürzt in den durch die Explosion geschaffenen Hohlraum. Dadurch entsteht an der Erdoberfläche ein Einbruchtrichter, ein sogenanntes Maar. Der Boden eines Maares liegt immer tiefer als die ursprüngliche Erdoberfläche. Füllt sich das Maar mit Wasser, so entsteht ein Maar-See.

Nach der Umrundung des Maars und einer Kaffeepause begann die Heimfahrt über die Autobahn nach Kleinsachsenheim, wo wir wohlbehalten eintrafen. Erlebnisreiche Tage lagen hinter uns.

 

Text: WoPf   Fotos: WoPf - Wieland


Weitere Berichte aus der Kategorie Turnen - Jedermänner

14. Jan 2018:
Jahresprogramm Jedermänner 2018
4. Jan 2018:
Sylvester 2017
25. Jun 2017:
Stäffelestour 2017 in Stuttgart
6. Jan 2017:
Jahresprogramm 2017 MÄfi
4. Jan 2017:
Sylvester 2016

Zurück

© 2015 Turn- und Sportverein Kleinsachsenheim 1900 e.V.